Aus unserer Vernetzungsdatenbank …

Unsere Erfassung von Waldgärten und von Initiativen zur nachhaltigen Flächenbewirtschaftung läuft sehr gut an. Mit diesem Projekt wollen wir unseren Beitrag dazu leisten, Waldgärtnerinnen und Waldgärtner auf der ganzen Welt vor den Vorhang zu holen. Wir wollen spannende Ansätze aus den unterschiedlichsten Klimazonen präsentieren und damit Menschen motivieren, die Idee der Waldgartengestaltung selbst zu verwirklichen. Mittlerweile haben schon viele begeisterte Waldgärtnerinnen und Waldgärtner daran teilgenommen und wir werden mit der Datenbank im Frühjahr online gehen. Es freut uns sehr, wenn auch du dich bei der Erfassung von Waldgartenprojekten beteiligen würdest.

In diesem Blog-Beitrag möchten wir den Waldgarten „La Food Forest“ von Axel Will in Plettenberg Bay (Südafrika) vorstellen. Axel betreibt seit 2010 mit seinem Team die Unterkunft „La Vista Lodge“ und hat die Zeit der Schließung in Folge der Pandemie dafür genutzt, auf der Fläche rund um die Unterkunft einen Waldgarten nach Permakulturprinzipien (Link zu seinem Schichtenmodell) aufzubauen.

© Axel Will | La Food Forest

Ausschnitt aus dem Waldgarten von Axel Will in Plettenberg Bay (Südafrika). Hier kannst du den unterschiedlichen Schichtenaufbau bereits sehr gut erkennen.

Plettenberg Bay ist eine Stadt am Meer an der „Garden Route“ in der südafrikanischen Provinz Westkap zwischen Port Elizabeth im Osten und Kapstadt im Westen. Die Sandstrände Central Beach und Lookout Beach, das Naturschutzgebiet Robberg, das Nature Reserve und die Nelson Bay Caves, sowie das Vogelschutzgebiet Birds of Eden verleihen der Region eine Vielfalt an touristischen Highlights. Zur Zeit der Walwanderungen kommen Wale bis in die Nähe der Küste.

© Ossewa, Quelle: Wikipedia, Lizenz: CC BY-SA 4.0

Naturschutzgebiet Robberg nahe Plettenberg Bay – Ruhe, Entspannung und nahezu unberührte Natur abseits endlos langer Sandstrände.

Die „La Vista Lodge“ ist für all diese Unternehmungen ein idealer Ausgangspunkt, und mehr als nur ein Ort zum Schlafen. Es ist ein Erlebnis. Das 4-Sterne-Hotel bietet alle Annehmlichkeiten, die das Herz begehrt, und seine romantische Atmosphäre überzeugt davon, dass dies keine gewöhnliche Lodge ist. Sie bietet eine Vielzahl von Outdoor-Aktivitäten für Menschen, die einen stilvollen Urlaub verbringen möchten. Essen auf der Terrasse mit Speisen aus dem eigenen Waldgarten, oder bei einem Drink an der Bar mit Blick auf die Unendlichkeit.

© Axel Will | La Food Forest

Ein wunderschöner Ausblick von der Terrasse der „La Vista Lodge“.

© Axel Will | La Food Forest

Entspannung für die Gäste mit essbaren Pflanzen für die Hotelküche verbinden – ein großartiger Ansatz!

Es ist erstaunlich, wie Axel und sein Team in den letzten beiden Jahren den Hotelgarten in einen Waldgarten verwandelt haben. Auf 1.400 m2 entstand dabei die vielleicht spektakulärste Waldgartenanlage im südafrikanischen Tourismus. Ein wahres Projekt „Garten Eden“. Statt das Ende der Pandemie abzuwarten, nutzten sie die Zeit intensiv, um den eigenen Waldgarten weiter voranzubringen und haben mittlerweile über 100 verschiedene essbare Pflanzen angebaut. Sie führen auch Buch über die einzelnen Sorten und bieten nach Terminvereinbarung die Möglichkeit eines Besuches bzw. eines Praktikums. Bald werden auch wieder Gäste in der Unterkunft die Vision des Essens aus dem eigenen Waldgarten erleben können.

An diesem Projekt zeigt sich auch, dass man mit Mut, Entschlossenheit und einem Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, wunderbare Waldgärten gestalten kann. Auf diese Weise gelingt es die eigenen Ideen von der Schaffung kleiner Paradiese – wie dies Bill Molisson einmal so treffend formulierte – verwirklichen kann. Axel hat zwar nicht unseren Basiskurs „Planung und Gestaltung von Waldgärten“ besucht ;-), hat es aber doch eindrucksvoll geschafft, eine detaillierte Entwurfsplanung zu erstellen, die als Grundlage für die Umsetzung diente.

Dass es in nur zwei Jahren gelang, diesen wunderbaren Waldgarten zu verwirklichen, hängt aber sicherlich auch von den örtlichen Klimafaktoren ab. Südafrika lässt sich grundsätzlich in drei Klimazonen einteilen. Im Westen sind die Sommer warm und trocken und die Winter kühl und feucht. Im Sommer werden Temperaturen zwischen 26 und 28 Grad erreicht und im Winter Werte zwischen 15 und 20 Grad. Von Juni bis September fallen die größten Niederschlagsmengen, die überwiegend in der Region um Kapstadt mit ungefähr 600 mm niedergehen.

An der Ostküste Südafrikas herrscht feucht-warmes Klima. Die Jahresmitteltemperatur liegt im Küstenbereich bei 21 bis 23 Grad und der Jahresniederschlag bei rund 1000 mm. In den Regionen rund um den Krüger Nationalpark und an den Küstenabschnitten von Durban dauert die Regenzeit von Dezember bis März. Im Landesinneren treten die Niederschläge hauptsächlich von Oktober bis April auf. In Johannesburg wird ein Jahresniederschlag zwischen 600 und 800 mm erreicht und in den westlichen Regionen des Landesinneren lediglich ein Wert von unter 100 mm. Die Temperaturen steigen von Osten nach Westen an, und es werden im Sommer Höchstwerte von mehr als 30 Grad erreicht. Im Winter kann es nachts aber zu Frost und Schnee kommen.

© Axel Will | La Food Forest

Ein Ausschnitt aus der Entwurfsplanung von Axel Will

© Axel Will | La Food Forest

© Axel Will | La Food Forest

Von Victor Hugo stammt der eindrucksvolle Satz:

„Nichts auf der Welt ist so mächtig, wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist“.

Axel Will hat diese Idee bereits meisterlich umgesetzt und es damit geschafft, die Zeit der Pandemie sinnvoll zu nutzen und auch noch die Arbeitsplätze der beschäftigten Menschen zu erhalten.

Das Team von waldgarten.global gratuliert ihm und seinen Mitarbeiter/innen ganz herzlich und wünscht weiterhin viel Erfolg.

Liebe Grüße
Euer Reinhard

„Geben wir der Natur ein Stück Land zurück!“
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